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VVerbund Studium & Karriere

Begabtenförderungswerke

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Die 13 Begabtenförderungswerke unterstützen im Rahmen eines Programms des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hochbegabte Studierende und Promovierende aller Fachrichtungen. Gezahlt wird jeweils nach dem Bafög-Satz, plus einer Pauschale von 300 Euro. Promovierende bekommen sogar einen festen Satz von 1.350 Euro.

Wie der Name schon sagt, sind bei der Bewerbung außergewöhnliche Leistungen und besonders auch gesellschaftliches und soziales Engagement wichtig. Neben der finanziellen Förderung gibt es auch eine ideelle Förderung für jeden Studenten. Ziel ist es, hoch qualifizierte und verantwortungsbewusste Mitmenschen heranzubilden, welche der Gesellschaft etwas zurückgeben.

Vor allem in den letzten Jahren hat die Bundesregierung die Förderung durch die Begabtenförderungswerke kontinuierlich ausgebaut. Um fast das Doppelte wurde der Topf für die Förderung 2017 auf 262 Millionen Euro aufgestockt. Dies hatte zur Folge, dass die geförderten Studentenzahlen auf knapp 30.000 gestiegen sind.

Vorstellung der einzelnen Stiftungen der Begabtenförderungswerke – Kirchliche Stiftungen

Das jüngste Mitglied der Begabtenförderungswerke ist das muslimische Avicenna-Studienwerk. Seit 2013 unterstützt der Verein muslimische Studierende und Promovierende. Soziales Engagement sind dabei genauso wichtig wie überdurchschnittliche schulische und akademische Leistungen, um ein Stipendium ergattern zu können. Die Studierenden können sich selbst bewerben, allerdings müssen Sie dann noch fünf Semester Regelstudienzeit vor sich haben, oder gerade erst mit der Promotion begonnen haben.

Gläubige Katholiken werden beim 1956 gegründeten **Cusanuswerk **fündig. Studenten wie Promovierende aller Fachrichtungen können sich bewerben. Bewerber müssen bereit sein, „Stellung zu beziehen und Verantwortung zu übernehmen; ihren eigenen Glaubensweg ernst nehmen; die Kirche gestalten und mit ihr leben und sich aus ihrem Glauben heraus für andere einsetzen.“ Man wird entweder vorgeschlagen oder kann sich selbst bewerben. Sich zu einhundert Prozent mit den Werten identifizieren können, ist Pflicht.

Ein relativ junge Stiftung, 2009 gegründet, richtet sich vor allem an Studierende und Promovierende der jüdischen Glaubensrichtung. Das Ernst-Ludwig-Ehrlich-Studienwerk fördert gezielt Begabungen in der jüdischen Gemeinde. Neben den obligatorischen überdurchschnittlichen Schul- und Studienleistungen sind vor allem soziales Engagement in jüdischen Gemeinden Voraussetzung. Analog zum **Cusanuswerk **kann man sich selbst für ein Stipendium vorschlagen, oder von einem Schulleiter, Hochschullehrer, oder aber einem Leiter einer jüdischen Institution vorgeschlagen werden.

Die letzte kirchliche Institution in der Runde der Begabtenförderungswerke ist das **Evangelische Studienwerk Villigst. **Derzeit werden knapp 1.200 Studierende und 200 Promovierende aller Fachrichtungen durch die evangelische Organisation gefördert. „Unsere komplexe und widerspruchsreiche Gesellschaft braucht engagierte Intellektuelle und Entscheidungsträger*innen, die fachliches, fachübergreifendes und politisches Urteilsvermögen verbinden,“ heißt es im Leitbild der Stiftung. Genauso wie in den anderen kirchlichen Organisationen der Begabtenförderungswerke, kann man sich entweder selbst vorschlagen oder sich vorschlagen lassen.

Vorstellung der einzelnen Stiftungen der Begabtenförderungswerke – Politische Stiftungen

Die älteste politische Stiftung in Deutschland existiert seit fast 100 Jahren. Für ein Stipendium an der Friedrich-Ebert-Stiftung ist die Persönlichkeit und gesellschaftspolitischer Einsatz ebenso wichtig wie gute Leistungen. Bewerben dürfen sich die Interessenten selbst, jedes Jahr werden so etwa 600 Studierende und Promovierende gefördert.

Leidenschaftliche und FDP-nahe Studenten können sich bei der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit um eine Förderung bemühen. Wie auch in den anderen Stiftungen sind hier gute bis sehr gute Noten notwendig, sondern auch gesellschaftliches, liberal-orientiertes Problembewusstsein.

Stipendien für die Universität und Fachhochschulen aller Fachrichtungen sowie journalistische Programme gibt es bei der CSU-nahen **Hanns-Seidel-Stiftung **zu ergattern. Mittels dem Selbstbewerbungsprinzip werden Bewerber mit überdurchschnittlichen Leistungen und politischem Engagement bevorzugt.

Das größte Begabtenförderungswerk, die Hans-Böckler-Stiftung des Deutschen Gewerkschaftsbundes fördert bevorzugt sozial schwache, jedoch gewerkschaftliche engagierte Bewerber. Man wird entweder vorgeschlagen oder bewirbt sich selbst.

Die Bündnis 90/die Grünen nahe **Heinrich-Böll-Stiftung **fördert Studenten aller Fachrichtungen aus dem In- und Ausland. Eine Identifizierung der politischen Werte der Grünen ist hier Pflicht. Vor allem Menschen mit Migrationshintergrund, Studierenden aus nichtakademischen Elternhaus und Studierende der Umweltforschung, der Wirtschafts- und Rechtswissenschaften sowie Kunst und Journalismus werden hier fündig.

CDU-parteinah fördert die Konrad-Adenauer-Stiftung etwa 3000 Stipendiaten jährlich. Die Voraussetzungen sind ähnlich wie bei der Heinrich-Böll-Stiftung, eine Identifizierung mit den Werten der CDU ist obligatorisch.

Die** Rosa-Luxemburg-Stiftung**, 1992 gegründet, steht der Partei Die Linke nahe. Bei gleichen herausragenden Leistungen und sozialem Engagement werden bevorzugt Frauen, sozial bedürftige und Menschen mit Behinderung bevorzugt. Hier gilt das Prinzip der Selbstbewerbung.

Vorstellung der einzelnen Stiftungen der Begabtenförderungswerke – Allgemeine Stiftungen

Studenten mit Unternehmergeist aus allen Fachrichtungen werden bei der Stiftung der Deutschen Wirtschaft fündig. Getragen wird diese Stiftung von Unternehmern, Arbeitgeberverbänden, Unternehmen und Kooperationen mit großen Wirtschaftsstiftungen. Demzufolge ist die Stiftung der Deutschen Wirtschaft überparteilich und konfessionell unabhängig. Für Lehramtsstudenten gibt es spezielle Förderprogramme.

Mit 11.000 Stipendiaten ist die Studienstiftung des Deutschen Volkes das größte und zugleich älteste Begabtenförderungswerk. Entweder man bewirbt sich mit einem Aufnahmetest selbst oder wird vorgeschlagen. Allerdings hat nur ein kleiner Kreist das Vorschlagsrecht: Schulleiter, Prüfungsämter, Hochschullehrer und Betreuer von Promotionsvorhaben. Diese Stiftung ist politisch, konfessionell und weltanschaulich unabhängig.

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