Jobben im Ausland – Reisen und Sprachkenntnisse verbessern
Wer bei einer Auslandsreise nicht nur Urlaub machen möchte sondern auch seine Sprachkenntnisse verbessern und etwas von dem Land und seiner Kultur erleben möchte, sollte sich auf einen längeren Auslandsaufenthalt einstellen.
Da aber häufig die Urlaubstage, wie auch das benötigte Kapital, für ein solches Unternehmen nicht reichen, gibt es für Weltenbummler so genannte Working Holidays. Also Arbeiten und Reisen in einem.
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Jobben und Reisen kann man in vielen verschiedenen Kombinationen, die wir hier vorstellen wollen.
Je nach Wunsch und Vorstellung gibt es die verschiedensten Jobs in den unterschiedlichsten Branchen und Ländern, die es möglich machen, sich während der Reise das nötige Urlaubsgeld zu verdienen.
Work and Travel
Bei der Variante Work and Travel bereist du für bis zu einem Jahr das Land deiner Träume und finanzierst dir den Aufenthalt durch wechselnde Jobs, die dich durch das ganze Land führen können. Für dieses „Jobhopping“ benötigst du ein spezielles Working Holiday Visum.
Die beliebtesten Ziele für Weltenbummler sind bei Work and Travel Australien, Neuseeland USA und Kanada. Aber auch Südamerika hat sich mit Chile und Argentinien zu einem interessanten Reiseziel entwickelt. Ein echter Renner für Asien-Fans ist Japan. Aber auch Singapur, Hongkong, Südkorea und Taiwan ermöglichen mit einem speziellen Visum die Arbeitserlaubnis im Land.
Im europäischen Ausland ist kein Working Holiday Visum nötig. Man muss nur einen Job als Work and Traveler finden.
Wegen der vorherrschenden Visaregeln können nur Personen zwischen 18 und 30 Jahren ein Working Holiday Visum beantragen. Einzige Ausnahme ist Kanada, hier darf man den Antrag bis zum Alter von 35 Jahren stellen.
Allerdings sollte man die Sprache des ausgewählten Landes einigermaßen gut beherrschen, da man fast ausschließlich mit Menschen zu tun hat, die sich eher nicht in Deutsch verständigen können.
Ganz Mutige können sich die Reise und die wechselnden Jobs komplett selber organisieren. Leichter und sicherer geht es aber mit einem speziellen Work and Travel-Anbieter.
Mögliche Jobs finden sich in Hotel oder Gastronomie, Farmen, Camps oder als Animateur in einer Ferienanlage.
Freiwilligenarbeit
Wer sich für eine Freiwilligenarbeit im Ausland entscheidet, geht in ein fremdes Land und engagiert sich unentgeltlich in einem sozialen Projekt. In der Regel bekommt man als Gegenleistung Kost und Logis und gewinnt tiefe Einblicke in das Leben der Menschen vor Ort. Bei der Freiwilligenarbeit unterscheidet man folgende Varianten:
- Internationale Freiwilligendienste wie beispielsweise der Europäische Freiwilligendienst oder das Freiwillige Ökologische Jahr im Ausland werden in aller Regel von kirchlichen Organisationen oder Stiftungen angeboten.
- Workcamps sind kurzfristige Freiwilligendienste deren Gruppen aus Freiwilligen aus allen Herren Ländern zusammengestellt werden. Sie richten sich vor allem an junge Menschen mit ausgeprägten, sozialen Ambitionen. Aber auch für alle anderen Altersgruppen finden sich mittlerweile entsprechende Angebote weltweit.
- Volunteerering oder auch Volunteer-Travel bedeutet übersetzt ehrenamtliche Arbeit und ist dem Freiwilligendienst recht ähnlich. Anbieter sind oft private Projektanbieter, Organisationen oder Reiseveranstalter. Ein anderer, gern verwendeter Begriff ist Travel and Help.
Der große Unterschied zwischen Travel and Work und den Varianten des Freiwilligendienstes ist der Umstand, dass man bei der Freiwilligenarbeit zeitlich flexibler ist und keine Beschränkungen hat. Je länger der Aufenthalt um so besser. Auch die Kombination von zwei oder mehreren Einsetzen (auch in verschiedenen Ländern) ist hier machbar.
Und noch einen gravierenden Unterschied gibt es: Beim Freiwilligendienst verdient man (anders als bei Travel and Work) kein Geld. Dafür wird diese Form aber oft als Fach-Praktikum anerkannt.
In der Regel müssen die Teilnehmer das 18. Lebensjahr erreicht haben, nach oben hin gibt es keine Altersbegrenzung.
Mögliche Einsatzgebiete sind medizinische Versorgungsstellen, Haus- und Schulbauten, Kinderheime, Nationalparks, Delfin-Schwimmschulen, Dorfhilfen oder therapeutische Einrichtungen, die mit Tieren arbeiten.
Au-Pair
Wer später einmal einen sozialpädagogischen Beruf ausüben möchte, sollte praktische Erfahrungen vorweisen können. Bei einem Au-Pair Aufenthalt im Ausland kann man nicht nur wertvolle Erfahrungen in der Betreuung von Kindern sammeln sondern auch noch seine Sprachkenntnisse verfeinern und sich mit den Gepflogenheiten in dem jeweiligen Land vertraut machen.
Während der Zeit als Au-Pair-Kraft lebt man in einer Gastfamilie und betreut die Kinder und hilft im Haushalt mit. Dafür erhält man freie Unterkunft und Verpflegung und ein kleines Taschengeld.
Mittlerweile ist Au-Pair nicht mehr nur etwas für Mädchen und Frauen. Immer mehr Familien (besonders mit männlichen Sprösslingen) wünschen sich auch eine männliche Au-Pair Kraft.
Durch den engen Familienkontakt bietet sich nicht nur einen günstige Gelegenheit seine Sprachkenntnisse durch den alltäglichen Gebrauch zu verbessern sondern man hat auch einen tiefen Einblick in das Leben der Einheimischen.
Au-Pair Stellen gibt es auf der ganzen Welt. Für eine erfolgreiche Bewerbung sollte man zwischen 17 und 30 Jahre alt sein und ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis vorweisen können.
Für Frauen ab 50 wurde jetzt sogar eine Granny-Au-pair-Organisation ins Leben gerufen und besonders Sprachinteressierte können sich für Demi-pair, eine Kombination von Au-Pair und dem Besuch einer Sprachschule entscheiden..
Für Unentschlossenen gibt es schließlich noch das Au-Pair auf Probe, auch Homestay genannt.
Hier übernimmt die Gastfamilie so zu sagen den Au-Pair-Dienst an einem ausländischen Jugendlichen. Die Aufenthaltsdauer ist nicht von vorneherein festgelegt und ermöglicht so einen zeitlich flexiblen Aufenthalt.
Farm & Ranch
Diese Form von Jobben und Reisen ist nur etwas für Tier- und Naturfreunde. Egal ob man auf einer Pferderanch in den USA, mit den Gauchos bei den Rindern in Argentinien oder bei den Schäfern in Irland arbeitet, Tierliebe und zupacken können sind hier ein Muss.
Für all diejenigen, die schon immer von einem Leben auf dem Land und dem Umgang mit Pferden, Rindern oder Schafen geträumt haben, gibt es sicher nichts schöneres als unter freiem Himmel mit den Tieren unterwegs zu sein.
Während der Farm- bzw. Rancharbeit verbringt man üblicherweise drei bis sechs Monate auf einer Farm oder Ranch im Land seiner Wünsche. Oft ist der Aufenthalt mit einem Sprachkurs verbunden. Neben Unterbringung und Verpflegung gibt es in der Regel auch ein kleines Entgelt.
Wer mehr erleben und weniger Arbeiten möchte, kann sich alternativ auch für sogenannte Farmstays oder Ranchstays entscheiden, die mehr einem Aktivurlaub ähneln.
Für Jobs auf einer Farm oder Ranch sind gewisse Visabestimmungen zu beachten und das Mindestalter liegt bei 18 Jahren. Grundkenntnisse in Englisch und der jeweiligen Landessprache sollten Reisewillige bereits mitbringen.
Summer Jobs
Summer Jobs sind im eigentlichen Sinn nichts anderes Ferienjobs für Schüler und Studenten, nur eben im Ausland. Besonders in großen Freizeitanlagen, Hotels oder Nationalparks werden die begehrten Ferienjobs angeboten und dauern zwischen 5 und zwölf Wochen. Mindestalter ist auch hier das 18. Lebensjahr.
Auslandspraktikum
Bei einem Auslandspraktikum tut man nicht nur etwas für die Verbesserung seiner Sprachkenntnisse sondern lernt auch gleich das Berufsleben im Ausland kennen. Erfahrungen die sich bei jeder Bewerbung gut machen. Viel verdienen tut man als Auslandspraktikant zwar nicht, aber für Unterkunft und Verpflegung reicht es. Da die Wochenenden in der Regel zur freien Verfügung sind, kann man sich intensiv mit Land und Leuten beschäftigen und den einen oder anderen Ausflug in das Umland unternehmen. Oft werden Auslandspraktika in Verbindung mit einem Sprachkurs angeboten. Interessierte sollten mindestens 18 Jahre sein und eine abgeschlossenen Schulausbildung besitzen. Grundkenntnisse in der jeweiligen Landessprache sollten ebenfalls vorhanden sein.
Es gibt unzählige Möglichkeiten seine Urlaubsreise mit einem oder mehreren Jobs im Ausland zu verbinden, eines haben aber alle gemeinsam:
Sie verhelfen zu einem wesentlich besseren Sprachverständnis und geben unvergleichliche Einblicke in die Kultur und das Leben der einheimischen Bevölkerung.
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