Überdurchschnittlich begabt, zig Ehrenämter und am besten noch drei Praktika im Lebenslauf – das ist wohl der Musterstipendiat, den nun alle im Kopf haben werden.
Ein Stipendium als kleine oder große finanzielle Hilfe bei Studien aller Art ist bei jedem Studenten, der kein oder wenig Unterstützung von den eigenen Eltern oder Vater Staat bekommt, gerne gesehen. Entgegen der landläufigen Meinung gibt es zahlreiche Fördermöglichkeiten, welche nicht nur auf Elite-Studenten abzielen.
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Was ist ein Stipendium überhaupt?
Um der Verwirrung ein Ende zu setzen, sollte zuerst einmal genau definiert werden, was genau unter einem Stipendium verstanden wird:
Kurz und bündig ist eine finanzielle (Aus-)Bildungsförderung. Die begehrten Finanzspritzen landen je nach Stipendiengeber einmalig oder regelmäßig für eine vorher abgemachte Zeit auf dem Konto des Empfängers, des Stipendiaten. Neben Studenten im Bachelor- oder Masterstudiengang, einer Promotion gibt es auch Studenten für Schüler, Künstler, Sportler und junge Wissenschaftler (Post-Docs).
Deutschland bietet eine reiche Landschaft an Stipendiengebern. Mehr als 2.300 kann das Land der Dichter und Denker bisher vorweisen. Neben den 13 staatlichen Begabtenförderungswerken, unter anderem dem Begabtenförderungswerk mit der Studienstiftung des Deutschen Volkes, gibt es beispielsweise den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Daneben werden unzählige Stipendien durch private Stiftungen vergeben.
Was ist eine Stiftung?
Eine Stiftung ist eine Einrichtung, welche einen gewissen Kapitalstock verwaltet und durch die Erträge daraus die Ausbildung von bestimmten Studenten finanziert. Ziel des Ganzen ist es, eine fundierte akademische Ausbildung für eine bestimmte Zielgruppe an jungen Menschen zu fördern. Meistens stehen diese jedoch auch der Weltanschauung der Stiftung nahe, beispielsweise katholische Stiftungen. Damit wird nicht nur die Chance einer akademischen Karriere geboten, sondern auch die Werte der Stiftung an die jüngere Generation weitergegeben.
Geld in Form eines Stipendiums gibt es für jeden Studiengang. Unabhängig von Bachelor, Master, Promotion, Auslandsstudium, Staatsexamen – es gibt für jeden Abschnitt im Studium das passende Stipendium. Manche Stipendien unterstützen sogar Schüler und postgraduelle Forschungen und Studien.
Für was ist ein Stipendium gedacht?
Eines vorweg: Mit einem Stipendium muss man im Vergleich zu einem Studienkredit nichts zurückzahlen, das Geld ist quasi „geschenkt“.
Je nach Stipendienprogramm wird das Geld entweder als einmalige Zahlung getätigt, monatlich wiederkehrende Pauschalen oder anhand von Quittungen zurückgezahlt. Manche Stipendien sind an bestimmte Notenschnitte gebunden, andere an eine gewisse Studienzeit oder Auslandsvorhaben, oder gar an spezielle Forschungsvorhaben. Ist davon nichts geregelt, soll die Unterstützung zumindest die anfallenden Lebenshaltungskosten des Studenten ganz oder teilweise abdecken.
Abhängig vom Programm gibt es meist klare Voraussetzungen an die Bewerber. Zumeist ist ein elitärer Numerus Clausus von 1,0 und zahlreiche Ehrenämter zwar gerne gesehen, aber nur in den seltensten Fällen Voraussetzung. Es existieren beispielsweise Stipendien für Kinder der Deutschen-Bahn-Mitarbeiter, Erasmus-Stipendien oder spezielle Förderprogramme, etwa für Studierende im Digital-Sektor. Bedürftigkeit und Hochbegabten-Programme sind davon jeweils lediglich nur ein kleiner Teil.
Stipendiat werden
Um in den Genuss eines Stipendiums zu kommen, musst du weder gute Noten vorweisen, noch ehrenamtlicher Trainer im Sportverein sein. Das Zauberwort heißt hier Recherche. Bei der Unübersichtlichkeit, die mittlerweile im deutschen Stipendienhimmel herrscht, ist dies zwingend notwendig.
- Frühzeitige Suche!
Um im ersten Semester nicht auch noch mit der Suche des Stipendiums beschäftigt zu sein, ist es ratsam, frühzeitig mit der Suche nach einem passenden Stipendium anzufangen. Je früher die Suche nach externer finanzieller Hilfe beginnt, desto früher kannst Du eine Förderung erhalten und desto schneller wirst du Stipendiat und hast das Geld auf dem Konto.
Viele Stiftungen und Förderwerke haben nur ein bis zwei Deadlines im Jahr, manche dagegen bis zu vier. Diese zu beachten, ist enorm wichtig und alle Unterlagen sollten frühzeitig bei dem Stipendiengeber einlangen.
Des Weiteren lohnt es sich, sich in regelmäßigen Abständen über neue und abgeänderte Stipendien zu informieren. Laufend werden Stipendienprogramme erweitert, gekürzt oder neu geschaffen.
- Stipendiendatenbanken
Sucht man mit Google nach dem Begriff Stipendium, findet man sofort einige gute Ergebnisse. Um es weniger zeitaufwendig zu gestalten, ist es trotzdem ratsam, sich in diversen Stipendiendatenbanken umzusehen. In jenen werden Stipendien nach den Bewerbungsvoraussetzungen sortiert und gefiltert aufgelistet. So ersparst du Dir die Durchsicht und eine zeitraubende Recherche nach Fördermöglichkeiten, die gar nicht deinem Profil entsprechen.
- Stiftungen checken!
Neben den staatlichen Stipendienstellen vergeben ebenso Stiftungen mal mehr, mal weniger gute Fördermöglichkeiten. Viele davon sind jedoch auf bestimmte Studienrichtungen gerichtet, um auch die Ansichten und Werte der Stiftung zu vertreten.
Die meisten großen deutschen Stiftungen stehen einer Partei, einer Kirche oder einem Unternehmen nahe. Diese richten ihre Kriterien natürlich auch an ihren eigenen Werten und Überzeugungen aus. Du musst dich nicht zu 100% mit den Werten identifizieren. Sich aber an der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung zu bewerben, wenn du gar nicht CDU-Wähler bist, wirst Du schlechte Karten haben.
Achtung! Kleinere Stiftungen klagen regelmäßig über zu wenige Bewerbungen und das Fördergeld bleibt ungenutzt. Auch der Bewerbungsprozess ist meist einfacher und gemütlicher gestaltet als bei den Großen Stipendiengebern. Einfach mal ausprobieren!
- Unternehmen checken!
Doch nicht nur staatliche Stellen, kleine und große Stiftungen haben auch größere Unternehmen Studienfonds eingerichtet. Die besten Chancen hast du hier natürlich, wenn du ein Fach studierst, das dem Unternehmen nahesteht. Dort haben in der Regel Studenten der Naturwissenschaften, Ingenieurswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und technische Studien die besten Chancen. Die Evonik AG beispielsweise fördern im Fokus den naturwissenschaftlichen Fokus.
Der klare Vorteil ist hierbei, dass sich Unternehmen nicht nur um die Finanzierung kümmern. Sie bieten auch eine frühzeitige Vernetzung im jeweiligen Unternehmen selbst und in der Branche, was den Berufseinstieg nach dem Studium erheblich erleichtert. Eventuell hast du sogar schon einen festen Job nach deinem Studienabschluss!
Geheimtipp: Am besten einfach bei dem Unternehmen der Wahl anfragen, meist sind diese Stipendien schwerer zu finden und werden nur auf Nachfrage vergeben. Vielleicht bist du ja sogar der erste, weil deine Argumente so gut sind!
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