Um eine Fördermöglichkeit in Form eines Stipendiums zu bekommen, muss einiges beachtet und getan werden. Wenn du ein Stück vom Kuchen im Wert von insgesamt 610 Millionen Euro (Gesamtvolumen der in Deutschland angebotenen Stipendien) abbekommen willst, musst du was dafür tun.
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Was gehört in eine Bewerbung für ein Stipendium hinein?
Sobald der Rechercheprozess abgeschlossen ist und du schon einige Förderwerke gefunden hast, die auf dich und dein Vorhaben passen, geht es an den Bewerbungsprozess. Wer sich dazu durchgerungen hat, sich trotz aller Vorurteile für ein bestimmtes Stipendienprogramm zu bewerben, muss nun seine Zeit und Mühe richtig investieren. Es genügt nicht alleine, sich an korrekte Bewerbungsunterlagen zu machen:
Motivationsschreiben, Lebenslauf und ein Gutachten oder Empfehlungsschreiben muss sorgfältig vorbereitet werden. Der Fokus sollte immer auf den Anforderungen und Werten des Stipendiengebers ausgerichtet werden. Eine Standardbewerbung, wie es oft bei Jobs passiert, fliegt sofort raus. Qualität steht hier deutlich vor Quantität.
Wer sich auf ein Stipendium bewerben möchte, sollte sich über seine eigenen Vorstellungen, Stärken und Schwächen deutlich in Klaren sein. Wie sieht das eigene Profil aus? Nach der Frage solltest du dir dann passende Stiftungen oder weitere Stipendienprogramme raussuchen. Eines ist klar: egal, wie begabt du bist, je weiter du dich von den Werten und Vorstellungen der Stiftung entfernst, desto geringer stehen deine Chancen auf ein Stipendium.
Auf jeden Fall solltest zuerst den richtigen Ansprechpartner ermitteln und fundiert begründen können, warum du dich genau bei dieser Stiftung speziell bewirbst. Die Eigenschaften, die am besten zur Kultur der Stiftung passen, sind hier unbedingt zu betonen und in den Vordergrund zu stellen.
Dabei kann das Gespräch mit Stipendiaten oder Alumni weiterhelfen. Wenn du niemanden persönlich kennst, suche einfach nach Gruppen an der Hochschule oder auf Facebook. Manchmal gibt es auch auf speziellen Studenten-Messen, die normalerweise immer vor den Semestern beginnen, umsehen. Größere Förderungswerke oder Stipendiengeber in Form von Stiftungen haben dort manchmal einen eigenen Stand, wo du dich informieren kannst.
Bei kleineren Stiftungen ist es vor allem deine eigene Aufgabe, sich über die jeweiligen Voraussetzungen und Kriterien zu informieren. Viele von den über 2.500 Stiftungen in Deutschland sind kaum bekannt und haben manchmal auch keine richtige Webseite. Empfehlenswert ist auch ein Stipendienführer, Datenbanken oder gar eine persönliche Beratung. Am besten ist es, einfach dort anzurufen oder eine schriftliche Anfrage per Mail oder Post zu schicken.
Die Chancen auf ein Stipendium bei kleineren Organisationen haben oftmals die höchste Aussicht auf Erfolg. Entweder es bewerben sich zu wenig Stipendiaten, oder aber die Anforderungen sind so spezifisch, dass die Konkurrenz schwindend gering ist.
Zum Beispiel die Heinrich-Spindelmann-Stiftung unterstützt lediglich Waisenkinder, wenn deren Mütter bei der Geburt um Bezirk der der ehemaligen Bürgermeisterei Altenessen einschließlich Karnap (heute Stadtteile von Essen) gewohnt haben.
Es gibt einige Stipendiengeber, welche nur eine kleine Nische bedienen, ein Einser-Schnitt im Abitur ist hier nicht erforderlich, kann natürlich aber förderlich sein.
Wie läuft der Auswahlprozess ab?
Vom persönlichen Gespräch bis hin zum umfangreichen Assessment-Center: Beim Auswahlprozess sind alle Stipendiengeber verschieden. Wenn du einige Punkte beachtest und mit ein wenig Vorbereitung überstehst du auch diese mit Bravur und dem Fördergeld steht nichts mehr im Weg.
Die meisten Organisationen wollen sich nicht im Detail über das jeweilige Fachwissen informieren, sondern einen Gesamteindruck deiner Person und deinen Einstellungen gewinnen. Wenn es jedoch um ein Stipendium für eine Promotion oder ein Forschungsvorhaben geht, in denen Fachkenntnisse eine entscheidende Rolle spielen, wird dich kaum eine Stiftung danach fragen.
Der Gesamteindruck über deine Person, wie du lernst und wie du dich allgemein verhältst und ob du dich in souveräner Weise mit der Materie zurechtfindest, wird allerdings geprüft. Deshalb ist es wichtig, sich umfassend über die Geschichte und den Werdegang einer Stiftung zu informieren. Hilfreich ist dazu natürlich die Webseite (falls vorhanden), das Internet allgemein, Fachbücher und Zeitschriften.
Wie sich der Auswahlprozess schlussendlich im Detail gestaltet, ist von Organisation zu Organisation unterschiedlich und kommt auch auf die Größe an. Größeren Stipendiengebern, dazu gehören auch die staatlichen, nutzen die schriftliche Bewerbung ausschließlich zur Vorauswahl.
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