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Deutschlandstipendium

Veröffentlicht am

Deutschlandstipendium: Voraussetzungen, Förderung und Bewerbung

Das Deutschlandstipendium wurde zum Sommersemester 2011 eröffnet. Mit Hilfe des Bundesministeriums für Forschung und Bildung und privaten Förderern wie Unternehmen, Stiftungen, Alumni und andere Privatpersonen werden bis zu 300 Euro monatlich für maximal zwölf Monate lang an die Stipendiaten ausgezahlt. Ziel des Deutschlandstipendiums ist eine Förderung von besonders begabten Studenten, damit das Studium nicht an finanziellen Hürden scheitert. Zudem hilft das Stipendium auch nach der Förderung mit wertvollen Alumni und Kontakten.

Dass in Deutschland Fachkräftemangel herrscht, ist wohl jedem bekannt. Leitbild des Deutschlandstipendiums ist deshalb, leistungsfähigen Nachwuchs für Deutschland zu unterstützen. Bund wie private Förderer sehen die finanzielle Förderung junger, talentierter und engagierter Menschen als Investition für die Zukunft. Der finanzielle Hintergrund eines Bewerbers sollte dem Potential keineswegs im Wege stehen und jedem begabten Studenten beziehungsweise Schüler offenstehen.

Vorrausetzungen des Deutschlandstipendiums

Das Deutschlandstipendium wird nur über eine von 300 teilnehmenden Universitäten und Fachhochschulen vergeben. Auf diese Weise wurden im letzten Jahr knapp 30.000 Studenten gefördert. Jedoch ist das Deutschlandstipendium sicherlich kein Stipendium für jeden.

Zuerst einmal solltest du an einer der 300 teilnehmenden Hochschulen immatrikuliert sein. In Deutschland gibt es 429 Hochschulen, von dem her ist die Chance relativ hoch, an einer teilnehmenden Universität oder Fachhochschule zu studieren. Es können sich sowohl Studienanfänger als auch Studenten höherer Semester bewerben, Doktoranden sind allerdings nicht zu einer Bewerbung berechtigt.

Ein Stipendium dient im klassischen Sinne der Förderung besonders begabter und talentierter, junger Menschen. In diesem Zusammenhang unterschiedet sich das Deutschlandstipendium leider nicht wesentlich vom traditionellen Ansatz der Stipendienvergabe. Dennoch wird im Rahmen des Deutschlandstipendiums der Leistungsbegriff etwas weiter gefasst. Es sind nicht nur die Studenten mit einem 1,0-Schnitt, die zudem noch eine außergewöhnliche Begabung für ein Fach aufweisen, welche dieses Stipendium ergattern können. Außerdem wird der Notenschnitt immer in Relation zum Fachdurchschnitt der jeweiligen Hochschule gesehen. Ein pauschaler Schnitt mit einer eins vor dem Komma ist also nicht zwingend notwendig.

Zudem wird, ähnlich zu den anderen Stipendien, konkret nach guten Leistungen während des Studiums und ehrenamtliches Engagement in Form von sozialem, kirchlichem, sportlichem oder politischen Engagement gefragt. Dies mag zwar zuerst einmal einschüchternd klingen, wird aber bei weitem nicht so eng gesehen wie in anderen Stiftungen und Organisationen. Jeder einzelne Bewerber wird hier individuell bewertet, jeder Werdegang wird unter Berücksichtigung der eigenen Lebensumstände gesondert geprüft.

Ebenso haben Flüchtlinge und Studenten mit Migrationshintergrund eine Chance auf das Deutschlandstipendium, solange sie an einer staatlich anerkannten oder staatlichen Hochschule in Deutschland immatrikuliert sind, welche am Programm teilnimmt.

Neben den vorgegebenen Bewerbungskriterien des Bundesministeriums für Bildung und Forschung verfügen die Hochschulen letztendlich über die Entscheidungsmacht. Zusätzliche Bewerbungskriterien können sich daher von Hochschule zu Hochschule, manchmal sogar von Fakultät zu Fakultät unterscheiden. Manche Universitäten treffen eine erste Vorauswahl basierend auf den Noten, andere wiederum führen zusätzlich Auswahlgespräche durch, um einen persönlicheren Eindruck vom Bewerber zu bekommen. Bevorzugt wird Bewerbern mit biografischen Hürden im Lebenslauf ein Stipendium gewährt.

Welche Voraussetzungen speziell an deiner Hochschule gelten, solltest du am besten direkt vor Ort oder auf der Webseite erfragen. Finde allen voran heraus, wann genau die Deadline für die Bewerbung endet, ansonsten musst du ein Semester warten.

Förderung und Funktionsweise des Deutschlandstipendiums

Auf der Webseite des Deutschlandstipendiums heißt es: „Das Deutschlandstipendium fördert seit dem Sommersemester 2011 Studierende sowie Studienanfänger und Studienanfängerinnen, deren Werdegang herausragende Leistungen in Studium und Beruf erwarten lässt.“ Mit insgesamt 300 Euro monatlich, zusätzlich zum Bafög und unabhängig vom Einkommen werden Stipendiaten unterstützt, um Menschen jeglicher sozialeren Herkunft eine hervorragende Ausbildung zu ermöglichen.

Der monatliche Förderbetrag von 300 Euro wird je zur Hälfte vom Bund und von privaten Stiftern übernommen. Dies können Unternehmen, Alumni, private Förderer oder Vereine sein. Somit soll eine Konzentration auf die Hochschulausbildung von mindestens zwei bis maximal bis zum Ende der Regelstudienzeit sichergestellt werden.

Die teilnehmenden Hochschulen werden zusätzlich durch ein enges regionales Netzwerk der privaten Stifter gestärkt. Zugleich spielen die Universitäten und Hochschulen bei der Umsetzung und Ausgestaltung eine zentrale Rolle. Der Bund unterstützt die Hochschulen finanziell, um potentielle Förderer zu gewinnen. Weiterhin sind die Universitäten für die Organisation und die Auswahl der Stipendiaten zuständig. Neutralität und professioneller Sachverstand sind dabei zwingend eine Voraussetzung für die Verantwortlichen der Hochschule.

Aber: Die privaten Förderer tragen einen nicht ganz unwesentlichen Beitrag zur Förderung bei, immerhin übernehmen diese die Hälfte des Stipendienbetrages. Ganz uneigennützig übernehmen diese das nicht an. Sie versprechen sich natürlich auch etwas davon. Die meisten Förderer kommen aus der Industrie und Wirtschaft, nur in seltenen Fällen aus Stiftungen und aus dem privaten Feld. Dies hat natürlich zur Folge, dass sich eine Art fachliche Hierarchie bezüglich der Stipendienvergabe gebildet hat. Auffällig ist, dass die deutliche Mehrheit der Stipendien an Studierende der Ingenieurswissenschaften sowie der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik vergeben werden. Die wenigsten Stipendien werden an Studenten der Sprach- und Kulturwissenschaften vergeben.

Aufgrund dieses Ungleichgewichtes versuchen immer mehr Universitäten, unabhängige Stipendien zu erhalten, welche für Studierende aller Fachbereiche der Hochschule zur Verfügung stehen.

Deutschlandstipendium: Bewerbung

Eines vorweg: Die Bewerbung für ein Deutschlandstipendium erfolgt immer über deine Hochschule. Wie schon zuvor erwähnt, legt jede Hochschule den Ablauf der Bewerbung selbst fest. Das heißt, dass jede Universität oder Hochschule neben den Pflichtvorgaben durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung eigene Vorgaben schaffen kann und die Bewerbung somit unterschiedlich von statten geht.

Schritt 1:

Überprüfe, ob deine Hochschule überhaupt am Programm Deutschlandstipendium zur Förderung begabter und außergewöhnlicher Studenten teilnimmt. Frage dazu am besten bei deiner Studienberatung nach, eventuell findest du auch Informationen auf der Webseite. Sollte deine Universität nicht mit dem Deutschlandstipendium kooperieren, kann dir deine Studienberatung sicherlich beim Finden einer geeigneten Förderung behilflich sein.

Schritt 2:

Sollte deine Hochschule das Deutschlandstipendium anbieten, musst du zunächst herausfinden, welche Unterlagen benötigt werden. Manchmal genügt dazu ein einfaches ausgefülltes Bewerbungsformular. In diesem werden die wichtigsten Eckdaten zu deiner bisherigen Laufbahn erfasst: persönliche Angaben, Qualifikationen, Praktika, soziales und gesellschaftliches Engagement, Auslandserfahrung und so weiter. Andere Universitäten wiederum erfordern mehr und umfangreichere Unterlagen wie beispielsweise ein Motivationsschreiben, einen Ausgabenplan oder einen ausführlichen Lebenslauf. Obwohl die Universitäten Zugriff auf deinen Notenspiegel haben, werden auch hin und wieder Zeugnisse angefordert.

Schritt 3:

Vor allem dem Motivationsschreiben, falls verlangt, kommt eine besondere Bedeutung hinzu. Dies ist deine einmalige Chance zu erläutern, warum genau du das Deutschlandstipendium erhalten solltest. Dazu gehört auch eine Begründung deiner Studienwahl, was dich dazu bewegt hat und wie dies in deine persönlichen Interessen passt. Besondere Ereignisse in deinem Leben, beispielsweise der erste Platz bei Jugend forscht oder sonstige Auszeichnungen, Berufserfahrung, Praktika oder Auslandserfahrung sollten im Motivationsschreiben unbedingt Erwähnung finden. Auch, wie du dir deinen späteren beruflichen Werdegang vorstellst. Allgemein gilt auch hier: nicht übertreiben und authentisch bleiben!

Vergiss nicht, zu erwähnen, inwiefern das Deutschlandstipendium dir bei deinem weiteren Lebensweg helfen kann und welche Türen dir damit geöffnet werden könnten. Sprich hier gerne auch den finanziellen Aspekt, aber auch das große Netzwerk des Deutschlandstipendiums an.

Schritt 4:

Es ist zwar nicht explizit gefordert, aber ein Empfehlungsschreiben deines Lehrers oder eines bestimmten Professors kann sehr hilfreich sein. Ein Gutachten kann oftmals nicht so gute Noten oder ein fehlendes Engagement herausreißen. Oft wirkt es Wunder, wenn die Eignung zu einem Deutschlandstipendium durch eine Lehrkraft oder einen Professor noch einmal besonders hervorgehoben wird.

Schritt 5:

Sind die Unterlagen einmal eingereicht, gibt es kein Zurück mehr. Wenn du einer der Glücklichen bist, die es in die engere Wahl geschafft hat, erfolgt auch schon die nächste Hürde: das persönliche Auswahlgespräch. Nicht alle Universitäten haben ein persönliches Gespräch nach dem Sichten der Unterlagen. Dich darauf vorbereiten solltest du dich dennoch. An diesem Gespräch nehmen neben der Auswahlkommission der Universität auch oft die privaten Förderer teil, die besonders an deiner Förderung interessiert sind. Das Gespräch ist für einen erweiterten persönlichen Eindruck von dir und deinen Potenzialen gedacht. Und so solltest du dieses auch nutzen.

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